Redactwizard DICOM Research – Hilfe

Version 1.1

Redactwizard DICOM Research ist eine portable Desktop-Workstation zur wissenschaftlichen Betrachtung und Verarbeitung medizinischer Bilddaten. Die Software unterstützt die DICOM-De-Identifizierung, die Schwärzung personenbezogener Informationen in Bildpixeln, Messungen, Annotationen sowie eine experimentelle multimodale KI-Bildanalyse. Neben DICOM-Datensätzen können auch Standardbildformate verarbeitet werden.

Die Anwendung unterstützt Funktionen zur Barrierefreiheit wie von Screenreadern lesbare Schnittstellen-Beschriftungen und Tooltips. Die Barrierefreiheit wird kontinuierlich getestet und verbessert, einschließlich der Tastaturnavigation und der Unterstützung von Assistenztechnologien.

Graymapper supports accessibility features such as screen-reader-readable interface labels and tooltips. Accessibility is being tested and improved, including keyboard navigation and assistive technology support.

Lokale Datenverarbeitung

Redactwizard verarbeitet die Bilddaten und führt die integrierten KI-Analysen lokal auf deinem Computer aus. Für die integrierten KI-Funktionen ist keine Cloud-basierte Inferenz erforderlich. Die Anwendung ist für eine lokale Verarbeitung ohne Übertragung der Bilddaten an externe KI- oder Cloud-Dienste ausgelegt.

Hinweis

Redactwizard DICOM Research ist ein Hilfs- und Forschungswerkzeug und kein zertifiziertes Medizinprodukt. Die Software und ihre integrierten KI-Modelle liefern keine Diagnosen, klinischen Befunde oder Therapieempfehlungen. Automatische Erkennungsfunktionen können relevante oder sensible Informationen übersehen, falsch interpretieren oder unvollständig verarbeiten. Sämtliche klinischen Bewertungen und Entscheidungen müssen durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal erfolgen.


1. Portable-Version starten

Redactwizard wird als portable Anwendung bereitgestellt. Eine herkömmliche Windows-Installation ist nicht erforderlich.

Entpacke den vollständigen Programmordner an einen Ort deiner Wahl, beispielsweise auf eine schnelle interne NVMe-SSD. Starte die Anwendung über die ausführbare Datei Redactwizard.exe.

Die Programmdatei muss zusammen mit den zugehörigen Programmdateien und der Konfigurationsdatei config.json im vorgesehenen Verzeichnis verbleiben. Verschiebe oder lösche einzelne Bestandteile des Programmordners nicht unabhängig voneinander.

Ladevorgang beim ersten Programmstart von Redactwizard

Hinweis zur Ladezeit beim ersten Start

Erstmalige Initialisierung

Beim ersten Programmstart sowie beim erstmaligen Laden des Vision-Language-Modells kann die Initialisierung je nach Prozessorleistung, Festplattengeschwindigkeit und GPU-Ausstattung bis zu einer Minute dauern. Während dieses Vorgangs werden die Modellgewichte und der Vision-Projektor aus dem Modellverzeichnis überprüft und in den Arbeitsspeicher (RAM) beziehungsweise den Grafikspeicher (VRAM) geladen. Anschließend werden die erforderlichen Tensoren initialisiert.

Bitte schließe Redactwizard während dieses Vorgangs nicht.

Windows-Sicherheitshinweis: Microsoft Defender SmartScreen

Beim erstmaligen Ausführen kann Windows den Sicherheitsbildschirm von Microsoft Defender SmartScreen anzeigen. Dies kann bei spezialisierten Anwendungen vorkommen, die nicht über den Microsoft Store vertrieben werden oder für die Windows keine ausreichende Reputation ermittelt hat.

Windows-SmartScreen-Warnung beim Start einer Anwendung

Sicherheit vor dem Start überprüfen

Eine SmartScreen-Warnung beweist weder, dass eine Datei schädlich ist, noch, dass sie sicher ist. Überprüfe vor dem Fortfahren die Herkunft der Anwendung und vergewissere dich, dass du die Datei aus einer vertrauenswürdigen Quelle heruntergeladen hast. Überspringe die Sicherheitswarnung nicht, wenn du die Herkunft oder Integrität der Datei nicht beurteilen kannst.

Schritt 1: Wenn du die Anwendung aus einer vertrauenswürdigen Quelle bezogen hast und die Datei überprüfen konntest, klicke bei Bedarf auf Weitere Informationen (More info).

Weitere Informationen zur Windows-SmartScreen-Warnung

Schritt 2: Lies die angezeigten Anwendungsdetails. Wenn du die Herkunft der Datei überprüft hast und den Start ausdrücklich zulassen möchtest, kannst du über Trotzdem ausführen (Run anyway) fortfahren. Die genaue Bezeichnung kann je nach Windows-Version variieren.


2. Windows meldet eine fehlende Visual-C++-Komponente

Redactwizard benötigt für bestimmte native Bibliotheken die passenden C++-Laufzeitkomponenten. Wird beim Programmstart ein Fehler wegen einer fehlenden MSVCP140.dll, VCRUNTIME140.dll oder einer vergleichbaren Laufzeitdatei angezeigt, kann die Installation des offiziellen Microsoft-Pakets erforderlich sein.

Offizielles Microsoft-Paket verwenden

Lade das Visual C++ Redistributable für Windows x64 ausschließlich über den offiziellen Microsoft-Link herunter:

Microsoft Visual C++ Redistributable x64 herunterladen

Führe die heruntergeladene Installationsdatei aus und folge den Anweisungen. Starte Redactwizard anschließend erneut. Falls Windows einen Neustart verlangt, starte auch den Computer neu.

Installiere keine unbekannten DLL-Dateien aus inoffiziellen Download-Portalen. Solche Dateien können veraltet, inkompatibel oder manipuliert sein.


3. Lizenzierung, Sprache und Arbeitsbereiche

Lizenzaktivierung und Benutzeroberfläche von Redactwizard

Lizenzaktivierung

Redactwizard benötigt einen gültigen Lizenzschlüssel, um die geschützten Datei- und Analysefunktionen freizuschalten.

  • Lizenzschlüssel eingeben: Klicke in der Menüleiste oben rechts auf das Schlüssel-Symbol. Füge deinen Lizenzschlüssel mit STRG + V in das Eingabefeld ein und bestätige über Aktivieren.
  • Zwischenablage: Mit STRG + C kannst du einen zuvor markierten Lizenzschlüssel kopieren.
  • Speicherung: Der Klartext-Lizenzschlüssel wird nicht auf der Festplatte gespeichert. Stattdessen wird ein kryptografischer Hash in der Datei config.json abgelegt.
  • Eingeschränkter Betrieb ohne Lizenz: Ohne aktivierte Lizenz können die geschützten Funktionen zum Öffnen von DICOM-Dateien, Laden von Serien und Ausführen von KI-Analysen nicht verwendet werden.

Wichtig zur Lizenz

Bewahre deinen Lizenzschlüssel sicher auf. Teile ihn nicht öffentlich und gib ihn nur an Stellen ein, die zur Lizenzaktivierung von Redactwizard gehören.

Sprache, Theme und Tab-System

  • Sprachumschaltung: Über das Globus- beziehungsweise Übersetzungs-Symbol oben rechts wechselst du zwischen Deutsch und Englisch.
  • Farbmodus: Mit dem Sonne-/Mond-Symbol kannst du zwischen dunklem Erscheinungsbild (Dark Mode) und hellem Erscheinungsbild (Light Mode) wechseln.
  • Mehrere Arbeitsbereiche: Über das Plus-Symbol (+) in der oberen Tableiste öffnest du einen weiteren Arbeitsbereich. Jeder Reiter verwaltet seine eigene Bildserie und die zugehörigen Ansichts- und Arbeitsdaten, beispielsweise Zoomstufe, Messungen und Cache-Daten.

4. KI-Modell-Einstellungen

Über das Zahnrad-Symbol in der Menüleiste erreichst du die Leistungsparameter des lokal ausgeführten Vision-Language-Modells.

Einstellungen für das lokale Vision-Language-Modell und die Hardwarebeschleunigung

Die Einstellungen beeinflussen, wie das Modell Speicher, Rechenleistung und Ausgabelänge nutzt.

  • Kontextgröße (Context Size): Legt fest, wie viele Tokens das Modell für den Kontext berücksichtigen kann. Der Standardwert beträgt 8192 Token. Höhere Werte ermöglichen längere Kontexte, benötigen jedoch gegebenenfalls deutlich mehr RAM beziehungsweise VRAM.
  • Batch-Größe (Batch Size): Bestimmt, wie viele Einheiten bei bestimmten Verarbeitungsschritten gemeinsam verarbeitet werden. Der Standardwert beträgt 512.
  • Maximale Ausgabe (Max Output Tokens): Begrenzt die Länge der generierten Antwort. Der Standardwert beträgt 512 Token.
  • GPU-Layer (n_gpu_layers): Legt fest, wie viele Modellschichten auf die Grafikkarte ausgelagert werden. Der Wert 0 steht für den CPU-Betrieb ohne Auslagerung von Modellschichten auf die GPU. Der geeignete Wert hängt vom Modell, dem verfügbaren Speicher und dem verwendeten Backend ab.
  • Vision-Projektor auf GPU (mmproj GPU): Aktiviert, sofern verfügbar, die GPU-Beschleunigung für die visuelle Bildkodierung.

Tipp: GPU-Einstellungen schrittweise optimieren

Wenn du eine dedizierte GPU besitzt, kannst du die GPU-Layer schrittweise erhöhen und die Auslastung sowie den verfügbaren VRAM beobachten. Bei einer GPU mit 4–8 GB VRAM kann der tatsächlich erreichbare Wert je nach Modell und weiteren Einstellungen unterschiedlich ausfallen. Ein hoher Wert ist nicht auf jedem System automatisch die beste Einstellung.

Neustart erforderlich

Änderungen an den GPU- und Modellparametern werden gegebenenfalls erst nach einem Neustart von Redactwizard wirksam.

OCR-Texterkennung

Max. Bildkantenlänge (Auflösung)

Bestimmt die maximale Pixel-Länge der längsten Bildkante eines Dokuments vor der OCR-Verarbeitung. Größere Seiten werden proportional herunterskaliert.

  • Niedrigere Werte (800–1.100 px): Sorgen für eine schnellere Verarbeitung und einen geringeren Arbeitsspeicherbedarf.
  • Höhere Werte (1.500–2.000 px): Bewahren feinere Linien und Details. Empfohlen für Dokumente mit kleinen Schriften, Unterschriften oder handschriftlichen Notizen, um die Erkennungsgenauigkeit deutlich zu steigern.

OCR CPU-Threads

Legt fest, wie viele CPU-Kerne parallel für die Bildanalyse und Texterkennung verwendet werden. Ein höherer Wert beschleunigt die Verarbeitung mehrseitiger Dokumente, während ein niedrigerer Wert Systemressourcen für andere Aufgaben schont.


5. DICOM-Header-De-Identifizierung

DICOM-Dateien können in ihren Headern zahlreiche personenbezogene, medizinische und institutionelle Informationen enthalten. Redactwizard stellt Funktionen zur De-Identifizierung bereit, die sich an den relevanten DICOM-Vorgaben orientieren.

Dialog zur De-Identifizierung von DICOM-Metadaten in Redactwizard

Klicke in der Toolbar auf das Besen-Symbol (BROOM), um das De-Identifizierungsfenster zu öffnen. Dort kannst du auswählen, welche Datenbereiche bereinigt werden sollen.

  1. Patientenidentifikatoren: Patientennamen werden durch ANONYMIZED ersetzt. Weitere Angaben wie Patienten-ID, Auftragsnummer (Accession Number), Geburtsdatum, Adresse und Telefonnummern werden entsprechend der implementierten Bereinigungsfunktion gehasht oder entfernt.
  2. Behandelnde Ärzte und Einrichtungen: Institutionsnamen, Adressen sowie Angaben zu überweisenden und durchführenden Ärzten, beispielsweise Referring Physician, Performing Physician und Operators Name, können entfernt werden.
  3. Freitext-Kommentare: Patienten-, Studien- und Bildkommentare können personenbezogene Informationen enthalten. Redactwizard berücksichtigt unter anderem die Tags 0010,4000, 0028,4000 und 0032,4000.
  4. UIDs und Datumsangaben: Studien-, Serien- und SOP-Instance-UIDs sowie Datumsangaben können pseudonymisiert werden. Bei konsistent durchgeführter Pseudonymisierung soll die Zuordnung zusammengehöriger Serien innerhalb des bearbeiteten Datensatzes erhalten bleiben.
  5. Private Tags: Herstellerspezifische und proprietäre Metadaten können entfernt werden, sofern die entsprechende Option ausgewählt beziehungsweise durch die Funktion erfasst wird.

Bestätige die Auswahl über Anonymisierte Kopie speichern.... Bei einer einzelnen Datei wählst du einen Zieldateinamen. Bei vollständigen Serien wählst du einen Zielordner, in dem die bereinigten Dateien gespeichert werden.

Wichtig: De-Identifizierung ist keine garantierte vollständige Anonymisierung

Einzelne Identifikatoren, proprietäre Metadaten, Freitextfelder, eingebrannte Bildtexte oder andere identifizierende Merkmale können trotz Bereinigung erhalten bleiben. Eine Pseudonymisierung ist außerdem nicht automatisch mit einer vollständigen Anonymisierung gleichzusetzen.

Überprüfe die bearbeiteten DICOM-Dateien und die zugehörigen Bildinhalte vor einer Weitergabe, Veröffentlichung oder sonstigen Offenlegung eigenständig. Vergewissere dich insbesondere, dass die verbleibenden Informationen für den vorgesehenen Zweck geeignet sind.


6. Bildschwärzung und KI-gestützte Texterkennung (OCR)

Eine De-Identifizierung des DICOM-Headers entfernt nicht automatisch personenbezogene Angaben, die direkt in die Bildpixel eingebrannt wurden. Solche Angaben können beispielsweise bei Ultraschallbildern, eingescannten Dokumenten oder älteren Röntgenaufnahmen vorkommen.

Manuelle Pixel-Schwärzung und OCR-Texterkennung im Redactwizard-Bildviewer

Warnung bei eingebrannten Bilddaten

Redactwizard prüft beim Öffnen einer DICOM-Datei das Tag BurnedInAnnotation (0028,0301). Wenn der Wert YES lautet, zeigt die Anwendung am oberen Bildrand eine Warnleiste mit einem entsprechenden Warnhinweis an.

Eingebrannte Informationen überprüfen

Der Wert BurnedInAnnotation (0028,0301) kann auf eingebrannte Informationen hinweisen. Ein anderer Wert oder ein fehlender Eintrag garantiert jedoch nicht, dass das Bild frei von personenbezogenen Angaben ist. Kontrolliere deshalb auch die Bildpixel selbst.

Manuelles Schwärzen mit dem Stift-Werkzeug

  1. Klicke in der Toolbar auf das Stift-Symbol (PENCIL_SIMPLE). Das aktive Werkzeug wird blau hervorgehoben. Über dem Bild erscheint ein Fadenkreuz.
  2. Ziehe bei gedrückter linker Maustaste einen rechteckigen Bereich über den Text oder die Bildstelle, die geschwärzt werden soll.
  3. Nach dem Loslassen erscheint der ausgewählte Bereich als rot umrandetes Feld. Du kannst bei Bedarf weitere Bereiche hinzufügen.

Automatische OCR-Texterkennung

  1. Klicke auf das Bounding-Box-Symbol (BOUNDING_BOX).
  2. Während der Verarbeitung zeigt Redactwizard einen Ladeindikator an. Die integrierte Texterkennung analysiert das Bild auf mögliche Textstrukturen.
  3. Erkannte Textstellen werden als orangefarbene Rahmen über dem Bild dargestellt.
  4. Ein Plausibilitätsfilter soll verhindern, dass anatomische Strukturen fälschlich als Text eingestuft werden.

OCR-Ergebnisse immer überprüfen

Die automatische Texterkennung kann Text übersehen, unvollständige Bereiche markieren oder Bildstrukturen falsch einordnen. Untersuche die vorgeschlagenen Schwärzungsbereiche deshalb manuell und ergänze fehlende Bereiche bei Bedarf.

Schwärzungen anwenden oder korrigieren

  • Einzelne Box löschen: Klicke mit der rechten Maustaste auf eine rote oder orange Box, um sie gezielt zu entfernen.
  • Vorschläge verwerfen: Über das rote Mülleimer-Symbol (TRASH) kannst du noch nicht dauerhaft eingebrannte Boxen verwerfen.
  • Auf eine gesamte Serie anwenden: Aktiviere bei mehrteiligen Bildserien die Checkbox Auf gesamte Serie anwenden, um die Maskierungsbereiche auf weitere Schichten zu übertragen.
  • Schwärzung dauerhaft einbrennen: Klicke auf das grüne Haken-Symbol (CHECK), um die markierten Pixel dauerhaft auf [0, 0, 0] zu setzen. Die Schwärzung wird im Bildpixelpuffer verankert und bei den unterstützten Exportformaten entsprechend übernommen.

Achtung: Dauerhafte Pixel-Schwärzung

Das dauerhafte Überschreiben von Bildpixeln kann die ursprünglichen Bildinformationen unwiederbringlich verändern. Prüfe vor dem Einbrennen alle markierten Bereiche sorgfältig und bewahre bei Bedarf eine unveränderte Originaldatei an einem sicheren Speicherort auf. Kontrolliere außerdem die exportierte Datei, bevor du sie weitergibst oder veröffentlichst.


7. Toolbar, Bildsteuerung und Annotationen

Die obere Werkzeugleiste bündelt die Funktionen für Dateiverwaltung, Bildnavigation, Transformation, Messung, Annotation und Export.

Toolbar mit Messwerkzeugen, Bildsteuerung und Annotationen in Redactwizard

Die interaktiven Schaltflächen stellen Tooltips zur Verfügung und zeigen den aktiven Zustand der jeweiligen Werkzeuge visuell an.

Dateiverwaltung

  • Datei öffnen (FILE): Öffnet einzelne DICOM-Dateien (.dcm), PNG- und JPEG-Bilder sowie unterstützte .zip-Archive.
  • ZIP-Archive öffnen: Wählst du ein ZIP-Archiv aus, beispielsweise einen PACS-Webdownload, entpackt Redactwizard dessen Inhalt im Hintergrund in einen temporären Cache und lädt die erkannten Schichten als zusammengehörige Serie.
  • DICOM-Serie öffnen (FOLDER_OPEN): Öffnet einen Ordnerdialog zur Auswahl eines Verzeichnisses mit unkomprimierten DICOM-Dateien.

ZIP-Dateien vor der Verarbeitung prüfen

Öffne nur Archive aus vertrauenswürdigen Quellen. Achte darauf, dass genügend Speicherplatz zur Verfügung steht und die enthaltenen Dateien für die Verarbeitung geeignet sind.

Bildnavigation und Transformation

  • Verschieben / Pan (HAND): Bewege das Bild mit gedrückter Maustaste innerhalb des Viewers.
  • Fensterung / Kontrast (CIRCLE_HALF): Passe Window und Level durch Ziehen mit der linken Maustaste an. Die horizontale Bewegung verändert die Fensterbreite beziehungsweise den Kontrast, die vertikale Bewegung das Fensterzentrum beziehungsweise die Helligkeit.
  • An Fenster anpassen (ARROWS_OUT): Skaliert die Darstellung so, dass das Bild in den verfügbaren Viewer-Bereich passt.
  • Originalgröße (CORNERS_IN): Wechselt zur Pixelansicht im Maßstab 1:1.
  • Zoom: Vergrößert oder verkleinert die Darstellung über das Mausrad.
  • Drehen (ARROW_CLOCKWISE): Dreht die Bildansicht im Uhrzeigersinn um 90 Grad.
  • Spiegeln (FLIP_HORIZONTAL): Spiegelt die Ansicht horizontal.
  • Ansicht zurücksetzen (ARROW_COUNTER_CLOCKWISE): Stellt die Standardgeometrie der Ansicht wieder her.
  • Vorheriges Bild (SKIP_BACK) und nächstes Bild (SKIP_FORWARD): Blättert durch die Schichten der geladenen Serie. Alternativ kannst du den Bildregler verwenden. Die Anzeige Bild X/Y gibt die aktuelle Position innerhalb der Serie an.

Mess- und Annotationswerkzeuge

Aktive Werkzeuge werden durch eine blaue Hervorhebung gekennzeichnet.

  • Lineal / Distanzmessung (RULER): Zeichne eine Messlinie über eine Struktur. Redactwizard berechnet die Distanz in Pixeln oder, sofern geeignete PixelSpacing-Angaben vorhanden sind, in Millimetern.
  • Pfeil-Zeiger (ARROW_UP_RIGHT): Platziert einen Richtungspfeil, um eine bestimmte Bildregion hervorzuheben.
  • ROI-Rechteck (RECTANGLE): Zeichnet einen rechteckigen Interessenbereich. Die Anwendung zeigt dessen Breite und Höhe an, beispielsweise 120 × 80 px.
  • Befund-Notiz (TEXT_T): Platziert einen Notizpunkt auf dem Bild. In der deutschen Benutzeroberfläche werden Notizen als Befund 1, Befund 2 usw. nummeriert. In der englischen Oberfläche erscheinen sie als Finding 1, Finding 2 usw.
  • Alle löschen (TRASH): Entfernt die im betreffenden Werkzeugbereich erfassten Annotationen, Lineale und Markierungen.
  • Einzelne Annotation entfernen: Klicke mit der rechten Maustaste auf eine bestehende Markierung, um sie gezielt zu löschen.

Messwerte richtig einordnen

Die Genauigkeit einer Distanzmessung hängt unter anderem von den verfügbaren Bildmetadaten und der Bildgeometrie ab. Fehlen geeignete PixelSpacing-Werte oder sind sie unzuverlässig, können angezeigte Messwerte in Millimetern nicht zuverlässig bestimmt werden. Prüfe die Voraussetzungen, bevor du Messungen für Forschungszwecke dokumentierst.

Exportfunktionen

PNG-Snapshot (CAMERA): Öffnet einen Dateidialog und speichert das aktuelle Bild als PNG. Je nach aktivierten Funktionen werden die dargestellten Annotationen, Messwerte, Pfeile, Befundmarkierungen und Schwärzungen in das exportierte Bild übernommen.

Kontrolliere die exportierte Datei, um sicherzustellen, dass alle vorgesehenen Markierungen und Schwärzungen enthalten sind und keine unerwünschten personenbezogenen Informationen sichtbar bleiben.


8. Multimodale KI-Bildanalyse und DICOM-Metadaten

Redactwizard stellt das Bild und die Analyseinformationen in getrennten Oberflächenelementen dar. Dadurch bleibt der Bildbereich möglichst groß, während Analyseergebnisse und Metadaten in schwebenden Fenstern angezeigt werden.

Schwebendes KI-Analysefenster und DICOM-Metadaten in Redactwizard

Schwebendes KI-Analysefenster (SPARKLE)

Klicke in der Toolbar links neben dem Besen-Symbol auf das Zauber-Symbol (SPARKLE), um das KI-Analysefenster einzublenden.

  • Position und Größe: Du kannst das Fenster innerhalb des Arbeitsbereichs verschieben, seine Größe anpassen oder es einklappen.
  • Vorgegebene Prompts: Wähle aus den verfügbaren Analyseanweisungen:
    • Bild beschreiben (Describe image)
    • Sichtbare Befunde beschreiben (Describe visible findings)
    • Systematische Bildbeschreibung (Systematic image description)
    • Auffällige Merkmale identifizieren (Identify unusual features)
    • Objektive Bildbeurteilung (Objective image assessment)
  • Eigener Prompt: Über das mehrzeilige Textfeld kannst du eine individuelle Anweisung formulieren.

Eigene Prompts auf Englisch formulieren

Das Vision-Language-Modell wurde primär mit englischsprachigen medizinischen Bild-Text-Paaren trainiert. Formuliere eigene Analyseanweisungen deshalb auf Englisch, um dem vorgesehenen Eingabeformat zu entsprechen.

Beispiel: Examine the apical lung zones for pneumothorax or consolidation

  • Analyse starten: Klicke auf Aktuelles Bild analysieren (SPARKLE). Während der Generierung wird der Fortschritt über einen Token-Zähler angezeigt.
  • Analyse abbrechen: Während eine Analyse ausgeführt wird, steht ein Abbruchbutton zur Verfügung. Ein Klick auf Analyse abbrechen beendet die laufende Tokengenerierung, sofern die Modell-Engine den Abbruch zu diesem Zeitpunkt unterstützt.
  • Ergebnis kopieren: Du kannst den generierten Text kopieren und anderweitig dokumentieren.
  • PDF-Bericht exportieren: Das Ergebnis kann über die Exportfunktion in einen formatierten mehrseitigen A4-Bericht überführt werden. Der Bericht kann unter anderem das Bild, den Ergebnistext, einen Haftungsausschluss und einen kryptografischen Lizenz-Hash enthalten.

KI-Ausgaben sind keine verifizierten Befunde

Die vom Modell generierten Texte können plausibel klingen und trotzdem Fehler enthalten. Prüfe die Ausgabe anhand der zugrunde liegenden Bilddaten und verwende sie nicht als eigenständige medizinische Beurteilung oder als Grundlage für klinische Entscheidungen.

Schwebendes DICOM-Metadatenfenster (IDENTIFICATION_BADGE)

Klicke auf das Ausweis-Symbol (IDENTIFICATION_BADGE), um das transparente Metadatenfenster oben rechts einzublenden.

Je nach Verfügbarkeit der Angaben kann es folgende Informationen darstellen:

  • Untersuchung: Modalität, beispielsweise CT, MR, DX, CR oder US, Körperregion (Body Part), Serienbeschreibung und Aufnahmedatum.
  • Patient: Patientenname beziehungsweise anonymisierter Name, Patientenalter und Geschlecht.
  • Technik und Geometrie: Schichtdicke (Slice Thickness), Pixelabstand (Pixel Spacing), Röhrenspannung (kVp) bei CT beziehungsweise Magnetfeldstärke bei MRT, Scanner-Hersteller sowie Window- und Level-Werte.

Die dargestellten Informationen stammen aus den verfügbaren DICOM-Metadaten. Fehlende, unvollständige oder inkorrekte Metadaten können zu entsprechend unvollständigen oder irreführenden Anzeigen führen.


9. Gezielte Befund-Analyse und Annotationen

Bildannotation und gezielte KI-Analyse im Redactwizard-Viewer

Gezielte Analyse mit Annotationen (Targeted Prompting)

Du kannst Annotationen verwenden, um die KI in einer Analyse auf eine bestimmte Bildregion hinzuweisen.

  1. Markiere die gewünschte Stelle mit dem Pfeil (ARROW_UP_RIGHT) oder setze eine Befund-Notiz, zum Beispiel Finding 1.
  2. Formuliere im KI-Fenster eine englische Anweisung, die sich auf diese Markierung bezieht.
  3. Beispiel für einen eigenen Prompt:

    Focus on the region indicated by the arrow / Finding 1. What image features are visible?

Die Annotation dient als Orientierung für die Aufgabenstellung. Ob und wie das Modell die Markierung tatsächlich berücksichtigt, hängt von der Implementierung und den Eingabedaten ab. Eine gezielte Markierung garantiert deshalb keine korrekte Interpretation der betreffenden Region.

Tipp: Konkrete Fragen stellen

Formuliere Prompts möglichst eindeutig und beschränke sie auf die Fragestellung, die du untersuchen möchtest. Prüfe die Antwort immer anhand der Bilddaten und berücksichtige, dass das Modell Merkmale übersehen oder falsch beschreiben kann.


10. Probabilistischer Charakter und Grenzen des KI-Modells

Redactwizard DICOM Research verwendet ein lokal ausgeführtes Vision-Language-Modell, das anhand der bereitgestellten Bilddaten und der jeweiligen Eingabe Texte erzeugt. Die Ergebnisse beruhen auf statistischen Modellberechnungen und sind nicht mit einer verifizierten medizinischen Beurteilung gleichzusetzen.

Das Modell kann unter anderem:

  • sichtbare Bildmerkmale falsch interpretieren,
  • Merkmale beschreiben, die in den Bilddaten nicht eindeutig vorhanden sind,
  • relevante Auffälligkeiten übersehen,
  • unvollständige oder irreführende Antworten erzeugen,
  • je nach Bildqualität, Bildmodalität und Formulierung der Anfrage unterschiedliche Ergebnisse liefern.

Auch sprachlich überzeugende Ergebnisse können sachlich falsch sein. Eine korrekte, vollständige oder reproduzierbare Ausgabe wird nicht garantiert.

Eine nicht erwähnte Auffälligkeit gilt nicht als ausgeschlossen

Wenn eine KI-Ausgabe keine Auffälligkeit nennt, bedeutet das nicht, dass eine Erkrankung oder Verletzung ausgeschlossen werden kann. Ebenso ist die Nennung eines Merkmals durch das Modell kein verlässlicher Nachweis dafür, dass eine bestimmte Erkrankung vorliegt.

Die Ergebnisse dienen ausschließlich der experimentellen, KI-gestützten Exploration von Bilddaten. Sie ersetzen keine qualifizierte medizinische Untersuchung oder Befundung.


11. Zweckbestimmung, Nutzungsbeschränkungen und Haftungshinweis

Redactwizard DICOM Research ist für die technische Betrachtung und Verarbeitung medizinischer Bilddaten sowie für Forschungs-, Lehr-, Ausbildungs- und Softwareevaluierungszwecke bestimmt. Die KI-Funktionen dienen der experimentellen, KI-gestützten Exploration von Bilddaten.

Die Software ist nicht für die klinische Diagnostik, die Erstellung klinisch verwendbarer Befunde oder die Unterstützung von Entscheidungen über Prävention, Diagnose, Behandlung oder Überwachung von Patienten bestimmt.

Redactwizard DICOM Research und seine KI-generierten Ausgaben sind kein Ersatz für eine qualifizierte medizinische Untersuchung oder Befundung. Die KI-Ausgaben sind nicht als medizinische Diagnosen, radiologische Befunde oder Therapieempfehlungen zu verwenden. Sie dürfen nicht als Grundlage für klinische Entscheidungen oder Maßnahmen der Patientenversorgung eingesetzt werden.

Grenzen der De-Identifizierung und Schwärzung

Die integrierten Funktionen zur Erkennung, De-Identifizierung und Schwärzung personenbezogener Informationen können unvollständig sein. Insbesondere können identifizierende Angaben in DICOM-Metadaten, eingebetteten Bildtexten oder anderen Bildbestandteilen unerkannt bleiben.

Eine vollständige Anonymisierung oder Entfernung sämtlicher personenbezogener Informationen wird nicht garantiert. Vor einer Weitergabe, Veröffentlichung oder sonstigen Offenlegung sind die verarbeiteten Dateien einschließlich ihrer Metadaten und Bildinhalte eigenständig zu überprüfen.

Datenschutz und rechtmäßige Nutzung

Anwender sind selbst dafür verantwortlich, die Rechtmäßigkeit der Verarbeitung personenbezogener Daten sowie die Zulässigkeit einer Weitergabe oder Veröffentlichung zu prüfen. Personenbezogene Gesundheitsdaten dürfen nur verarbeitet werden, soweit hierfür eine geeignete Rechtsgrundlage besteht und die anwendbaren Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen eingehalten werden.

Verantwortung bei der Verarbeitung medizinischer Daten

Prüfe vor der Verarbeitung und Weitergabe medizinischer Datensätze, ob du dazu berechtigt bist und ob die erforderlichen technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen getroffen wurden. Verlasse dich nicht allein auf automatische De-Identifizierungs- oder Schwärzungsfunktionen, um die Einhaltung von Datenschutzanforderungen sicherzustellen.

Haftungshinweis

Die vorstehenden Hinweise erläutern die vorgesehene Verwendung der Software sowie die Grenzen ihrer Funktionen und KI-Ausgaben. Sie begründen keinen Ausschluss der Haftung, soweit ein solcher gesetzlich unzulässig ist.

Die Haftung richtet sich nach den geltenden gesetzlichen Vorschriften und den wirksam vereinbarten Lizenzbedingungen. Zwingende gesetzliche Haftung und gesetzlich unabdingbare Rechte bleiben unberührt

Dataset citation: National Lung Screening Trial Research Team. (2013). Data from the National Lung Screening Trial (NLST) [Data set]. The Cancer Imaging Archive. https://doi.org/10.7937/TCIA.HMQ8-J677 License: Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0).